Was ist Homöopathie

In Kürze

Viele Menschen interessieren sich für die Homöopathie, weil sie Krankheit und Heilung nicht ausschliesslich auf biochemische Prozesse reduziert. Sie wird heute der Komplementär- bzw. Alternativmedizin zugeordnet. Im Wesentlichen basiert die Homöopathie auf drei Grundsätzen:

– Die Annahme einer sogenannten Lebenskraft

– Das Ähnlichkeitsgesetz (Arzneien werden so gewählt, dass ihre Wirkungsbilder den Beschwerden möglichst ähnlich sind.)

– Die Potenzierung (die spezielle Verdünnung der Arzneien)

Um den Kern der Homöopathie besser zu verstehen, lesen Sie hier weiter.

Ausführlich

Geschichtliches

Wir befinden uns im 18. Jahrhundert. Der Einfluss des Paracelsus, welcher 200 Jahre zuvor revolutionäre Neuerungen im Heilwesen eingeführt hatte, prägte die damalige Medizin. Chemische Stoffe (wie Quecksilber, Arsen, …) erweiterten den Fundus der Arzneimittel. Oftmals wurden solche teils hochgiftigen Substanzen allzu bedenkenlos eingesetzt. Obwohl Krankheitssymptome häufig gelindert wurden, waren starke Vergiftungserscheinungen durch die eingesetzten Arzneien keine Seltenheit.

Samuel Hahnemann (geboren 1755) kritisierte insbesondere die massiven Dosierungen und suchte nach schonenderen Behandlungsformen. Daraus entwickelte sich schrittweise die Homöopathie.

Die Potenzierung

Zu Beginn stand wohl Hahnemanns Verlangen nach kleinstmöglicher (und grösstnötiger) Dosierung. Präzise Dosierungen waren damals schwierig. Um kleinere Mengen zuverlässig herstellen zu können, entwickelte Hahnemann eine Verdünnungsmethode. Bereits ein Tropfen einer Arzneisubstanz, verdünnt in der hundertfachen Menge einer neutralen Lösung, ermöglichte eine zuverlässige Verabreichung in stark abgeschwächter Konzentration. Wurde dieses Verfahren mit der entstandenen Verdünnung wiederholt, liessen sich zunehmend kleinere Mengen der Ausgangssubstanz herstellen.

Hahnemann beschäftigte sich intensiv mit der Frage der richtigen Dosierung. Nach eigener Auffassung beobachtete er dabei, dass sich die Wirkung trotz zunehmender Verdünnung verstärken könne. Entscheidend war für ihn jedoch die richtige Anwendung der Arznei (siehe unten). Dieses Verdünnungsverfahren bezeichnete er als Potenzierung.

Die Lebenskraft

Um Hahnemanns Verständnis von Krankheit und Heilung nachvollziehen zu können, muss man sein Menschenbild betrachten. Er vertrat ein spirituell geprägtes Weltbild und ging davon aus, dass der Mensch mehr ist als die Summe physiologischer und biochemischer Prozesse. Für ihn war klar, dass es eine Art Geist oder Seele geben muss, die den Menschen im Innersten prägt. Er formulierte daraus die Vorstellung der sogenannten Lebenskraft, die nach seinem Verständnis körperliche und mentale Erscheinungen entscheidend beeinflusst. Das Prinzip der Lebenskraft ist eine wesentliche Grundannahme in der Homöopathie.

Das Ähnlichkeitsgesetz

Aus diesem Hintergrund ergeben sich grundsätzlich genau drei Behandlungsansätze.

  1. Der antipathische Heilansatz: Dabei wird eine Arznei derart gewählt, dass sie dem Krankheitsproblem entgegenwirkt. Beispielsweise wird Durchfall mit einer Arznei, welche Verstopfung herbeiführt, behandelt.
  2. Der homöopathische Heilansatz: Diejenige Arznei wird gewählt, die ähnliche Symptome hervorruft, wie sie beim Kranken zu heilen sind. Zum Beispiel wird ein Durchfallkranker mit einer Arznei behandelt, welche bei Gesunden selbst Durchfall hervorrufen würde.
  3. Der allopathische Heilansatz: Der Wirkbereich der Arznei hat nichts mit der Krankheitsproblematik zu tun. Beispiel: Bei Durchfall wird eine schweisstreibende Arznei verabreicht. Heute erscheinen uns solche Ansätze eher fremd, doch zu jener Zeit waren sie weit verbreitet. Als Ursache des Durchfalls vermutete man verdorbene Körpersäfte, welche man mittels Schweiss austreiben wollte.

Hahnemann hat alle drei Ansätze erforscht, getestet und erkannte in seinen Beobachtungen den homöopathischen Ansatz als besonders wirkungsvoll. Dabei hat er übrigens festgestellt, dass man bei der Dosierung sehr vorsichtig sein muss. Je ähnlicher die Arznei dem zu Heilenden ist, desto heftiger reagiert der Organismus. Selbst kleinste Gaben mussten weiter verringert werden. Das beförderte folglich wiederum die Entwicklung der Potenzierung.

Fazit

Das Heilsystem der Homöopathie basiert auf folgenden Pfeilern:

  1. Die Lebenskraft als ursächliches, geistiges Prinzip.
  2. Die Anwendung der Arzneien nach dem Ähnlichkeitsgesetz.
  3. Die Potenzierung der Arzneien.

Auf diesen drei Grundgedanken beruht das homöopathische Verständnis von Krankheit und Behandlung bis heute.